Suchtpräventationswoche 2023 - Klassen 8
Auf Jugendliche lauern viele Gefahren. Offensichtliche und versteckte, schwerwiegendere und etwas harmlosere, einmalige oder solche mit längerfristigen Folgen. Die Schule versucht, die Heranwachsenden über diese Gefahren aufzuklären und Vorbeugungsarbeit zu leisten. Aus diesem Grund fand am Schulzentrum am Wört eine ganze Präventionswoche statt. Die SchülerInnen der achten Jahrgangsstufen der Realschule sowie der Werkrealschule sollten vor allem auf die Gefahren in Hinblick auf das Thema „Süchte“ sensibilisiert werden, um einer späteren „Alkohol- oder Drogenkarriere“ vorzubeugen. Unter der Leitung der Schulsozialarbeiterinnen Döring und Schmitt sowie der Lehrerinnen Frech und Philipp, aber auch mit viel Unterstützung aus dem Lehrerkollegium, wurde für die SchülerInnen ein anschauliches, spannendes und informatives Programm zusammengestellt.
Die Polizei in Person von Herrn Bührle als Präventionsbeauftragter fand sich in der Schule zu einem Vortrag ein. Er brachte den Achtklässlern das geltende Jugendschutzgesetz näher und informierte, was in Bezug auf Alkohol oder das Rauchen rechtlich zu beachten ist. Wann darf man was, oder andersherum: Wann darf man etwas noch nicht? Außerdem verdeutlichte er den SchülerInnen, welch schwerwiegende Folgen erhöhter Alkoholkonsum mit sich bringen kann, seien es medizinische Notlagen oder auch zum Beispiel der Verlust des Führerscheins.
Sehr anschaulich wurde die Thematik „Süchte“ den Jugendlichen durch das Theaterstück der „Wilden Bühne“ aus Stuttgart nähergebracht. Die Schauspieler, ehemals selbst Suchtabhängige, verstanden es sehr gut, mit Szenen aus dem Alltagsleben der SchülerInnen diese in ihren Bann zu ziehen. Ob Kiffen im Schullandheim oder das ungefragte Verbreiten von Bildern in den sozialen Netzwerken, die Zuschauer konnten sich sofort mit den Hauptpersonen identifizieren und überlegten in angeregten Diskussionsrunden, welche Handlungsalternativen es gegeben hätte. Diese durften dann auch sogleich direkt auf der Bühne mit den Schauspielern ausprobiert werden. Also ein interaktives Theaterstück, das hierdurch entstand. Auch die Polizei war anwesend, um mit den SchülerInnen die Problematiken des Theaterstücks zu erörtern und auch auf die rechtlichen Konsequenzen der Aktionen einzugehen. Möglich gemacht wurde der Auftritt der „Wilden Bühne“ durch finanzielle Unterstützungen des „Aktionskreises Sucht“, der Polizei sowie des Kiwanis Clubs Tauberfranken unter der Leitung von Herrn Szlaninka.
Kann Alkoholkonsum zu Peinlichkeiten führen? Na klar, und wie! Das konnten die AchtklässlerInnen anhand einer sogenannten „Rauschbrille“ (aus einem Koffer der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) eindrucksvoll erfahren. Die Brille sorgte bei den Jungen und Mädchen für richtige Wahrnehmungsstörungen, wie sie eben auch nach Alkoholkonsum entstehen können. Schon das Zubinden der eigenen Schuhe erschien dadurch manchen Jugendlichen als Ding der Unmöglichkeit.
Sichtlich bewegt waren die SchülerInnen auch durch die Erzählungen von Herrn Schüsseler, ehemals selbst alkoholabhängig. Wahnsinnig ehrlich und schonungslos erreichte er die Jugendlichen, als er davon berichtete, dass er aufgrund seiner Sucht auf der Intensivstation eines Krankenhauses landete – gezeichnet mit einem multiplen Organversagen. Heute ist er arbeitsunfähig, versucht aber, da der Staat viel Geld für ihn ausgeben musste, durch seine Vorträge an Schulen der Gesellschaft etwas zurückzugeben.
Die Schulsozialarbeiterinnen Schmitt und Döring hatten im Rahmen der Präventionswoche auch Stationen, die von den Achtklässlern besucht wurden. Der eigene Selbstwert sollte hierbei gestärkt werden, außerdem wurde das Gefahrenpotenzial der Plattform „TikTok“ in Bezug auf Süchte verdeutlicht.
Die AES – Lehrerinnen und die Sportlehrer des Kollegiums leisteten ebenso ihren Beitrag zur Vorbeugung, indem den Jugendlichen in der Sporthalle die Wahrnehmung des eigenen Körpergefühls nähergebracht wurde und außerdem als Alternative zu alkoholischen Getränken leckere antialkoholische Cocktails zubereitet wurden.
Einen tragischen Gesichtspunkt des exzessiven Alkoholkonsums brachte Frau Bolbecher den AchtklässlerInnen näher. Es ging um FASD, die sogenannten Fetalen Alkoholspektrumsstörungen, also Schädigungen des Kindes durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. Menschen mit FASD haben oft Probleme in allen Lebensphasen, wobei die größten Schwierigkeiten meist in der Bewältigung des normalen Alltags liegen. Leider wird in Deutschland in jeder Stunde ein Kind mit dieser Störung geboren. Kein Wunder, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass ein abendlicher Alkoholgehalt von 0,8 Promille der Mutter, die am nächsten Morgen wieder nüchtern ist, zu einem dreitägigen Vollrausch des ungeborenen Kindes im Mutterbauch führt.
Einige kleinere Aktionen, wie Informationsfilme, Ausstellungen oder Quiz-Runden standen außerdem in der ereignisreichen Woche noch auf dem Programm.
Die Achtklässler des Schulzentrums waren begeistert und beteiligten sich interessiert und engagiert an den einzelnen Bausteinen. Mit Sicherheit wird einiges an Informationen und Hintergrundwissen bei ihnen hängen bleiben und sie hoffentlich in Zukunft vor vermeidbaren Gefahren bewahren. Das wäre ein großer Erfolg der aufwändig gestalteten „Präventionswoche Sucht“.