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„Wo Worte selten sind, haben sie ein Gewicht“

Verabschiedung von Konrektor Reinhold Ruhland in den Ruhestand

Endlich, letzter Schultag. Letzte Schulstunde geschafft - die Ferien sind da! Alle Schüler sind ausgeflogen, die Klassenzimmer verwaist. Und die Lehrer? Alle sind noch da. Die gesamten Kollegien der Realschule und der Werkrealschule. Keiner ist gegangen. Und das alles nur wegen eines Mannes. Eines Mannes, der überhaupt nicht gerne im Mittelpunkt steht. Aber heute blieb ihm nichts anderes übrig. Denn es war Reinhold Ruhlands allerletzter Schultag – und der Anlass, ihn in den verdienten Ruhestand zu verabschieden.

Verabschiedung RuhlandZuerst ergriff Schulleiter Christian Wamser das Wort, der direkte Vorgesetzte des Konrektors Reinhold Ruhland, aber vielmehr eigentlich dessen „ehrlicher und geradliniger Arbeitspartner“, wie Rektor Wamser betonte. Symbolhaft für die Verabschiedung des Geschichtslehrers Ruhland hatte Herr Wamser die Karikatur vom Abgang Bismarcks herausgegriffen – „der Lotse geht von Bord“. Herr Ruhland sei zwar überhaupt nicht mit dem alten Reichskanzler zu vergleichen, nämlich nicht machtbesessen und ehrgeizig ohne Rücksicht auf Verluste – aber für Herrn Wamser als Schulleiter sei er immer ein Lotse gewesen, der ihn im letzten Jahr durch die Welt der Realschule geführt hatte, nachdem er Leiter des Schulzentrums am Wört geworden war. Auf Untiefen und Klippen hatte er ihn hingewiesen, vor den seltenen Seemonstern bewahrt, immer starkes Entgegenkommen gezeigt und ihm stets ein wichtiger Ratgeber gewesen. Besonders auch als Mensch werde er ihn sehr vermissen, führte der Schulleiter weiter aus. Imponierte hatte ihm auch Herrn Ruhlands Anstrengungsbereitschaft – bis zum letzten Tag. Bei Wilhelm II., auch zu sehen auf der Karikatur, hinke der Bildvergleich etwas, versicherte Herr Wamser, denn er sei im Gegensatz zum damaligen Kaiser sehr traurig , dass sein Konrektor in den Ruhestand gehe. Mit diesen Worten übergab der Schulleiter dem jetzigen Pensionär ein Abschiedsgeschenk.

Aber damit waren die Würdigungen von Reinhold Ruhland, der seit 1987 an der Realschule in Tauberbischofsheim tätig war, noch lange nicht beendet. Eine lustige Power-Point-Präsentation, angereichert mit vielen Bildern und Anekdoten aus seinem gesamten Schulleben, wurde vorgeführt, zusammengestellt von seinem Kollegium. Dieses versammelte sich dann auch komplett auf der Bühne, um seinem alten Konrektor ein Ständchen darzubringen. Jetzt habe er die „Ferien-Flatrate“, trugen sie ihm vor und bedankten sich dabei in persönlichen Worten für viele vergangene, gemeinsame, schöne und besondere Momente, die ihnen immer im Gedächtnis geblieben sind und bleiben werden.

Auch die Stadt als Schulträger wollte sich bei Herrn Ruhland für seine langjährig geleistete Arbeit bedanken. „Wo Worte selten sind, haben sie ein Gewicht“, meinte Herr Meier und hob den scheidenden Konrektor als immer ruhigen, aber kompetenten, zuverlässigen und ausgeglichenen Gesprächspartner hervor. Genauso empfand es der Vorsitzende des Fördervereins, Ingo Brudereck, der betonte, dass es mit dem Geehrten niemals Probleme gegeben habe und alles stets locker abgelaufen sei.

Aber auch die Schüler wollten natürlich ihren Teil zur Verabschiedung des bei ihnen beliebten Lehrkörpers beitragen. In einem Stück der Theater-AG machten sie sich auf witzige Art und Weise auf die Suche nach einer geeigneten Idee für eben diese Verabschiedung und brachten damit die Zuschauer zum Lachen.

Jetzt war es an Reinhold Ruhland, auch noch das Wort zu ergreifen. Getreu seinem Leitmotto: „Nimm dich nicht so wichtig, Giovanni“, gesprochen von Papst Johannes XXIII., stellte er sich selbst nicht groß in den Vordergrund, sondern bedankte sich bei all seinen Kollegen und Mitarbeitern für das Mittragen von Entscheidungen, dem Ausbaden von Fehlern, für gemeinsame lustige Stunden und ihre offene Art, ihm zu begegnen. Gerührt von den schönen Programmpunkten gab er dann das Mikrofon ab, um nicht weiter im Mittelpunkt zu stehen, und den nun beginnenden Ruhestand zu genießen.

Endlich geschafft – in die „Freiheit“ entlassen (WRS)

Abschlussabend der Neunt- und Zehntklässler an der Werkrealschule des Schulzentrums am Wört

Freitagabend, fünfzehn- bis siebzehnjährige Jugendliche, prächtig herausgeputzt, frisiert und gestylt – sitzen in der Schule. In der Schule? Am Wochenende? Wieso das denn? Ist doch klar – die Entlassfeier der neunten und zehnten Klassen der Werkrealschule des Schulzentrums am Wört stand an. Und alle Schüler warteten gespannt darauf, endlich ihre lang ersehnten Abschlusszeugnisse zu erhalten und in die „Freiheit“ entlassen zu werden.

In die Freiheit, genau. „Frei zu sein, …“, das war nämlich das Motto dieses Abends. Um am besten möglichst schnell diese Freiheit zu genießen, möchte er sich kurz halten, versprach Rektor Wamser zu Beginn seiner Rede schmunzelnd, nachdem Schülersprecherin Gina Eisele gekonnt die zahlreichen Gäste begrüßt hatte. Trotzdem wolle er ein paar Worte an die Entlassschüler richten, fuhr der Schulleiter fort. Und empfahl ihnen anschließend, nach dem Absprung von der Schule und dem Verlassen der vertrauten Klassengemeinschaft, sich immer mit Offenheit und Neugier auf neue Bekanntschaften einzulassen und die Freude und das Glück von wahren Begegnungen zu genießen. Über dieses Einlassen auf Einzelne lerne dann auch jeder sich selbst besser kennen und sei gewappnet für den Start ins neue Leben. Für ihr neues Leben wünschte auch Bürgermeister Wolfgang Vockel, der das Mikrofon von Herrn Wamser übernommen hatte, den Schulabgängern alles Gute. Zum ersten Mal konnte er im neu sanierten Schulgebäude Grußworte an die Entlassschüler der Werkrealschule richten. Ihnen empfahl er, nicht nur „frei zu sein“, sondern das „froh sein“ ebenso immer wieder mit in den Vordergrund zu stellen.

Froh sein bedeutet Lebensfreude. Und diese präsentierten anschließend zwei Schüler auf der Bühne. Renny Nthenya und Debora Nthenya, ein Geschwisterpaar aus der siebten und neunten Klasse, führten einen Freestyle Rap vor. Erst vor gut einem Jahr aus Kenia nach Deutschland gekommen, haben sich die Beiden hier schon sehr gut integriert und glänzen, wenn auch ihr Rap auf Englisch war, ansonsten immer wieder mit ihren tollen Deutschkenntnissen.

Nun war es an Elternvertreterin Frau Esser, die Preise für die Jahrgangsbesten zu verteilen: Milena Waltert (neunte Klasse) und Calvin Kreismann (zehnte Klasse) wurde diese Ehre zuteil.

Die Schüler und Lehrer der beiden Entlassklassen wollten nun auch noch zu Wort kommen: In ihren Reden ließen die Jugendlichen die vergangen Jahre Revue passieren und dankten ihren Klassenlehrern. Repräsentativ für diese ergriff Herr Lorenz das Wort und merkte an, dass die Schüler nicht jetzt erst die Freiheit genießen dürften, sondern sie schon ganz lange freie Entscheidungen hätten treffen können. Ob die Hausaufgaben gemacht werden, man für die Prüfung lernt, wohin die Klassenfahrt gehen sollte (Bilder der Fahrt nach London wurden auf der Leinwand präsentiert) und noch vieles mehr sei in den Händen der Schüler gelegen – einige hätten mit dieser Freiheit nicht so gut umgehen können, viele andere dagegen hätten sie gut genutzt und könnten nun stolz ihre Zeugnisse in Empfang nehmen.

Somit wurde zum letzten Programmpunkt des Abends übergeleitet: Der Zeugnisverleihung. Und spätestens jetzt, mit dem endgültigen Zeugnis in der Hand, fühlte es sich für die Jugendlichen wie die richtige Freiheit an. Der Startschuss für den nächsten Lebensabschnitt war gefallen und jeder hat es jetzt selbst in der Hand, was er daraus macht.

Belobigungen: Nthenya, Debra (9a); Penzhorn, Maurice (9b); Quenzer, Chantal (9b); Lehr, Luca (9b); Schmidt, Lena (9b); Hartnagel, Laura (9b); Schmidt, Felix (9b); Stümpel, Hendrik (9b); Akkermann, Alexander (10a); Olbrich, Jennifer (10a); Bräckle, Franziska (10a); Pfau, Tobias (10a); Eisele, Gina (10a); Kolmagorov, Alexander (10a)

Preise: Götzelmann, Angie (9a); Dittmann, Lukas (9a); Adrian, Franziska (9a); Hoos, Sascha (9a); Waltert, Milena (9a); Vu-Thuy, Linh-Monica (9b); Kreismann, Calvin (10a)

Projekt Baby – Sieben junge Mütter an der Werkrealschule Tauberbischofsheim (WRS)

Caritasverband bringt Babysimulatoren an die Werkrealschule

Ein Klassenzimmer der Werkrealschule - sieben vierzehn- bis fünfzehnjährige Mädchen sitzen im Stuhlkreis vor der Tafel. Alles wie immer an einem Schulvormittag. Aber halt, irgendwas ist doch anders. Kein Schulbuch ist zu sehen. Und warum tragen denn alle Mädchen ein kleines Baby im Arm, wiegen es liebevoll auf und ab und sehen dabei ziemlich müde aus? Ist das hier die Krabbelgruppe der jungen Mütter an der Werkrealschule Tauberbischofsheim?

Projekt babyNein, natürlich nicht. Die sieben jungen Frauen sind nicht alle gleichzeitig im Jugendalter Mutter geworden. Sie sind Teilnehmer eines Projektes der Schwangerschaftsberatung des Caritasverbandes im Tauberkreis. Für vier Tage haben die Mädchen die Verantwortung für „ihre“ Babys übernommen, die in Echt natürlich Puppen sind, sogenannte Babysimulatoren. Aber wie lebende Babys wollen die Puppen versorgt werden, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Und gerade die Nacht ist am anstrengendsten. „Jede Stunde hat mein Baby geschrien“, berichtet eines der Mädchen stöhnend. „Das war sehr beschwerlich.“ Die anderen Teilnehmerinnen können ihr nur beipflichten. „Ich war ziemlich genervt und habe gemerkt, wie ich aggressiv werde. Zum Glück habe ich das Baby nicht geschüttelt“, weiß eine andere Schülerin zu berichten. Immer wieder muss die Puppe gewickelt und getröstet werden, auch die Windeln müssen die Mädchen wechseln. Das Fläschchen geben kann auch zur Belastungsprobe werden, wenn das Baby sehr lange zum Trinken braucht. Außerdem muss dann noch auf das Aufstoßen gewartet werden, wobei die jungen Mütter ihre Babys auch richtig aufnehmen und halten müssen. „Jedes unserer Babys hat schon einen Genickbruch erlitten“, erzählt ein Mädchen. Das Computerprogramm im Chiparmband der Schülerinnen und der Puppen wertet alle diese Aufzeichnungen aus und gibt am Ende eine Prozentzahl an, wie gut man das Baby gehandhabt hat. „Da sind wir schon gespannt, wie erfolgreich wir waren“, meinen die Mädchen. Alle sind sich auf jeden Fall einig darin, dass sie sich die „Babytage“ einfacher vorgestellt hätten und sie alle an ihre Grenzen gehen müssen. „Aber wir lernen sehr viel, auch im Unterricht, vor allem über die Schwangerschaft“, erklären die Sieben. Der Unterricht wird von Kristina Kreutzer-Konrad von der Caritas gestaltet, die das Projekt leitet und die Teilnehmerinnen unterstützend begleitet. In ihrer Babysprechstunde tauschen sich die Mädchen aus, bekommen wertvolle Tipps und erfahren viel über den richtigen Umgang mit den Neugeborenen. Die Gesundheit während der Schwangerschaft ist ein Thema: Welchen Einfluss haben Rauchen, Alkohol und Drogen auf das ungeborene Kind während der neun Monate. Außerdem wird im Internet und im Drogeriemarkt recherchiert, was ein Kind denn überhaupt im ersten Lebensjahr kostet. Sogar eine Hebamme kommt in den Unterricht: Sabine Seubert erklärt den jungen Frauen alles über die Entwicklung des Kindes im Mutterleib, die gesunde Ernährung für die Mutter und gibt Tipps für die richtige Pflege des Säuglings. Alles wertvolle Erfahrungen und nützliches Wissen für das spätere Leben. Eines ist den Mädchen während des Projektes schnell klar geworden: „Mit dem Kinderkriegen warte ich noch eine ganze Weile, denn die Babyversorgung ist sehr anstrengend.“ Alle Teilnehmerinnen nicken. „Aber dann freuen wir uns darauf, wenn unser wirkliches Baby mit uns lacht und uns anstrahlt, wenn es zufrieden ist. Denn das kann die Babysimulatorpuppe nicht! Und das ist doch das Schönste!“

Leistung lohnt sich – Schulversammlung des Schulzentrums am Wört

Viele Schüler und Lehrer werden am Ende des Schuljahres gewürdigt

Wer etwas leistet, sollte dafür auch belohnt werden. Ganz egal, in welchem Bereich oder wo seine Stärken liegen. Egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener. Diese prägende Erfahrung- gerade für das weitere Leben – durften knapp über siebenhundert Schüler und Lehrer des Schulzentrums am Wört in einer außerordentlichen Schulversammlung machen.

SchulversammlungVor der vollzählig versammelten Schule ließ es Schulleiter Christian Wamser sich nicht nehmen, durch das Programm der Ehrungen zu führen. Einen großen Applaus konnten gleich die ersten beiden aufgerufenen Schüler einheimsen – sie hatten den von der Stadt Tauberbischofsheim ausgerufenen Namenswettbewerb für die neue Verbundschule gewonnen. Ihr Vorschlag „Schulzentrum am Wört – Realschule und Werkrealschule Tauberbischofsheim“ war von der Jury ausgewählt worden. Dankend nahmen sie ihren Geldpreis in Empfang. Große Freude ebenso bei den Klassenkameraden der glücklichen Gewinner – denn auch die Klassenkassen der Sieger wurden großzügig bedacht. In der Schule sollen sich vor allem schulische Leistungen lohnen, na klar. Also wurden als Nächstes alle Schüler aufgerufen, die sich in ihrer jeweiligen Jahrgangsstufe eine Belobigung, oder sogar einen Preis, verdient hatten. Schnell füllte sich die Bühne mit Schülern, die stolz ihre Urkunde oder ihren Buchgutschein von ihren Klassenlehrern in Empfang nahmen. Aber nicht nur schulische Leistungen sind wichtig, neben dem Lesen, Rechnen oder Schreiben zählen auch andere vollbrachte Leistungen. So wurden die Streitschlichter aus den achten und neunten Klassen extra gewürdigt. Keine leichte Aufgabe, die Konflikte der Mitschüler zu besprechen und geeignete Lösungen zu finden. Ebenfalls sozial tätig waren die Lernmentoren. Eigens dafür ausgebildet, Lerninhalte an oftmals jüngere Mitschüler weiterzugeben, erledigten sie diese Aufgabe mit viel Geduld und Fürsorge. Sehr sportlich unterwegs waren drei weitere geehrte Gruppen von Jugendlichen: Die Teilnehmer des Jakobswegs, die Absolventen des „Project Adventure“ sowie die Leichtathletik-Cracks, die sich bei den Bundesjugendspielen eine Ehrenurkunde oder ein Sportabzeichen verdient hatten, egal ob in Bronze, Silber oder Gold.

Verabschiedet wurden auch die nun mit dem Abschlusszeugnis die Schule verlassenden Schülersprecher. Einen besonderen Preis erhielt Julius Müller für langjähriges soziales Engagement für die Schule. Aber nicht nur Schüler wurden geehrt – die Vertrauenslehrer des Schulzentrums durften auch die Bühne betreten. Für ihr besonderes Engagement, das immer den Schülern zugutekommt, erhielten sie viel Beifall. Außerdem wurden die aus ihrer Funktion scheidenden Lehrer Michael Partzsch und Fabian Lorenz von Herrn Wamser verabschiedet. Auch verabschiedet wurde – dem Anlass angemessen vor der versammelten Schülerzahl – der stellvertretende Schulleiter und baldige Pensionär Herr Reinhold Ruhland. Lange Jahre hatte er, vor allem als Konrektor, die Geschicke der Realschule in Tauberbischofsheim, mitgeprägt. Seine Beliebtheit bei den Kindern und Jugendlichen wurde im ihm zugedachten lautstarken Beifall ersichtlich. Eine Klasse widmete ihm sogar ein selbstgedichtetes Lied. Dieses stellte einen weiteren symbolischen Applaus für den scheidenden Lehrer dar. Also, viele Schüler und Lehrer, die zu Recht für ihre tollen Leistungen geehrt wurden und nun bald mit einem guten Gefühl und noch größerer Motivation in die verdienten Ferien gehen können. Leistung und Engagement hat sich für sie gelohnt.

Wandern bei großer Hitze - Schüler auf dem Jakobsweg (WRS)

Vierte Etappe der Werkrealschule des Schulzentrums am Wört stand an

Jakobsweg15Hitze, Sonne, Trockenheit – Abkühlung dringend erwünscht. Schule aus, auf geht’s ins nächste Freibad. Im nassen Element sich tummeln und so der Sonne keine Chance bieten, ansonsten möglichst wenig bewegen. So sah in den letzten Tagen und Wochen der Alltag vieler Schüler aus. Aber nicht aller Schüler. Denn vierzig unentwegte Kinder und Jugendliche der Werkrealschule Tauberbischofsheim, zusammen mit fünf Lehrern, trotzten den tropischen Temperaturen und begaben sich auf die mittlerweile bereits vierte Etappe des Jakobswegs.

Begonnen hatte man vor vier Jahren in Tauberbischofsheim, heuer starteten die unerschrockenen Teilnehmer am Endpunkt der letztjährigen Etappe – in Germersheim bei Karlsruhe. Von hier aus wurde eine Woche lang feste gewandert, egal was die Wetterlage gerade hergab. Jeden Tag zwanzig Kilometer schaffen, das war die Vorgabe der Streckenplaner, Michael Partzsch und Fabian Lorenz. Die beiden Lehrer hatten wieder einmal unermüdlich die Wanderwoche vorbereitet. Sponsoren mussten gefunden, Übernachtungsmöglichkeiten aufgetrieben und Verpflegung bestellt werden. Dank dieser guten Planung wurde die Woche ein voller Erfolg. Jeden Abend erreichte die Schüler- und Lehrerschar müde, aber glücklich die Übernachtungsstätten. Meistens kam man in örtlichen Sporthallen unter. Manchmal, wie in Graben-Neudorf, ließ es sich sogar der Bürgermeister nicht nehmen, die fitte Wandergruppe höchstpersönlich zu begrüßen und ihnen Mut zuzusprechen. Hier wurden die Ankömmlinge aus Tauberbischofsheim von den einheimischen Bürgern außerdem auch noch unentgeltlich begrillt, was die Moral der Wanderer zusätzlich bestärkte. In einer anderen Stadt kamen Kindergartenkinder vorbei und stempelten den Wanderausweis der Jakobspilgerer ab, in der nächsten erledigten dasselbe dann Grundschulkinder der örtlichen Schule. Auch gegen die Hitze waren alle gut gewappnet – reichlich Flüssigkeit hatte jeder im Rucksack dabei, feuchte um die Schulter gehängte Tücher sorgten für Abkühlung und immer wieder kam das Begleitfahrzeug vorbei und sorgte für den ersehnten Nachschub. Dankbar wurden dann die Wassermelonen, Iso-Drinks und Müsliriegel in Rekordzeit verschlungen. Bis auf kleinere und überwindbare Hindernisse, unter Anderem ein Krankenhausbesuch oder Krankheit eines Schülers, lief alles gut. Alle Schüler, bis auf den erkrankten, sowie natürlich auch Lehrer, hielten gut durch und erreichten bei besten Kräften den Zielpunkt – den Kurort Baden-Baden. Da zum Glück alle Teilnehmer gesund waren und keiner die Kureinrichtungen dieser Stadt in Anspruch nehmen musste, konnte man von hier aus den Rückweg per Bus antreten. Und ach ja, ganz abstinent mussten die Schüler während der Jakobswegwoche dann doch nicht leben - ein Freibad wurde bei der großen Hitze direkt vom Wanderweg aus geentert.

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