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Projekt Baby – Sieben junge Mütter an der Werkrealschule Tauberbischofsheim (WRS)

Caritasverband bringt Babysimulatoren an die Werkrealschule

Ein Klassenzimmer der Werkrealschule - sieben vierzehn- bis fünfzehnjährige Mädchen sitzen im Stuhlkreis vor der Tafel. Alles wie immer an einem Schulvormittag. Aber halt, irgendwas ist doch anders. Kein Schulbuch ist zu sehen. Und warum tragen denn alle Mädchen ein kleines Baby im Arm, wiegen es liebevoll auf und ab und sehen dabei ziemlich müde aus? Ist das hier die Krabbelgruppe der jungen Mütter an der Werkrealschule Tauberbischofsheim?

Projekt babyNein, natürlich nicht. Die sieben jungen Frauen sind nicht alle gleichzeitig im Jugendalter Mutter geworden. Sie sind Teilnehmer eines Projektes der Schwangerschaftsberatung des Caritasverbandes im Tauberkreis. Für vier Tage haben die Mädchen die Verantwortung für „ihre“ Babys übernommen, die in Echt natürlich Puppen sind, sogenannte Babysimulatoren. Aber wie lebende Babys wollen die Puppen versorgt werden, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Und gerade die Nacht ist am anstrengendsten. „Jede Stunde hat mein Baby geschrien“, berichtet eines der Mädchen stöhnend. „Das war sehr beschwerlich.“ Die anderen Teilnehmerinnen können ihr nur beipflichten. „Ich war ziemlich genervt und habe gemerkt, wie ich aggressiv werde. Zum Glück habe ich das Baby nicht geschüttelt“, weiß eine andere Schülerin zu berichten. Immer wieder muss die Puppe gewickelt und getröstet werden, auch die Windeln müssen die Mädchen wechseln. Das Fläschchen geben kann auch zur Belastungsprobe werden, wenn das Baby sehr lange zum Trinken braucht. Außerdem muss dann noch auf das Aufstoßen gewartet werden, wobei die jungen Mütter ihre Babys auch richtig aufnehmen und halten müssen. „Jedes unserer Babys hat schon einen Genickbruch erlitten“, erzählt ein Mädchen. Das Computerprogramm im Chiparmband der Schülerinnen und der Puppen wertet alle diese Aufzeichnungen aus und gibt am Ende eine Prozentzahl an, wie gut man das Baby gehandhabt hat. „Da sind wir schon gespannt, wie erfolgreich wir waren“, meinen die Mädchen. Alle sind sich auf jeden Fall einig darin, dass sie sich die „Babytage“ einfacher vorgestellt hätten und sie alle an ihre Grenzen gehen müssen. „Aber wir lernen sehr viel, auch im Unterricht, vor allem über die Schwangerschaft“, erklären die Sieben. Der Unterricht wird von Kristina Kreutzer-Konrad von der Caritas gestaltet, die das Projekt leitet und die Teilnehmerinnen unterstützend begleitet. In ihrer Babysprechstunde tauschen sich die Mädchen aus, bekommen wertvolle Tipps und erfahren viel über den richtigen Umgang mit den Neugeborenen. Die Gesundheit während der Schwangerschaft ist ein Thema: Welchen Einfluss haben Rauchen, Alkohol und Drogen auf das ungeborene Kind während der neun Monate. Außerdem wird im Internet und im Drogeriemarkt recherchiert, was ein Kind denn überhaupt im ersten Lebensjahr kostet. Sogar eine Hebamme kommt in den Unterricht: Sabine Seubert erklärt den jungen Frauen alles über die Entwicklung des Kindes im Mutterleib, die gesunde Ernährung für die Mutter und gibt Tipps für die richtige Pflege des Säuglings. Alles wertvolle Erfahrungen und nützliches Wissen für das spätere Leben. Eines ist den Mädchen während des Projektes schnell klar geworden: „Mit dem Kinderkriegen warte ich noch eine ganze Weile, denn die Babyversorgung ist sehr anstrengend.“ Alle Teilnehmerinnen nicken. „Aber dann freuen wir uns darauf, wenn unser wirkliches Baby mit uns lacht und uns anstrahlt, wenn es zufrieden ist. Denn das kann die Babysimulatorpuppe nicht! Und das ist doch das Schönste!“

Wandern bei großer Hitze - Schüler auf dem Jakobsweg (WRS)

Vierte Etappe der Werkrealschule des Schulzentrums am Wört stand an

Jakobsweg15Hitze, Sonne, Trockenheit – Abkühlung dringend erwünscht. Schule aus, auf geht’s ins nächste Freibad. Im nassen Element sich tummeln und so der Sonne keine Chance bieten, ansonsten möglichst wenig bewegen. So sah in den letzten Tagen und Wochen der Alltag vieler Schüler aus. Aber nicht aller Schüler. Denn vierzig unentwegte Kinder und Jugendliche der Werkrealschule Tauberbischofsheim, zusammen mit fünf Lehrern, trotzten den tropischen Temperaturen und begaben sich auf die mittlerweile bereits vierte Etappe des Jakobswegs.

Begonnen hatte man vor vier Jahren in Tauberbischofsheim, heuer starteten die unerschrockenen Teilnehmer am Endpunkt der letztjährigen Etappe – in Germersheim bei Karlsruhe. Von hier aus wurde eine Woche lang feste gewandert, egal was die Wetterlage gerade hergab. Jeden Tag zwanzig Kilometer schaffen, das war die Vorgabe der Streckenplaner, Michael Partzsch und Fabian Lorenz. Die beiden Lehrer hatten wieder einmal unermüdlich die Wanderwoche vorbereitet. Sponsoren mussten gefunden, Übernachtungsmöglichkeiten aufgetrieben und Verpflegung bestellt werden. Dank dieser guten Planung wurde die Woche ein voller Erfolg. Jeden Abend erreichte die Schüler- und Lehrerschar müde, aber glücklich die Übernachtungsstätten. Meistens kam man in örtlichen Sporthallen unter. Manchmal, wie in Graben-Neudorf, ließ es sich sogar der Bürgermeister nicht nehmen, die fitte Wandergruppe höchstpersönlich zu begrüßen und ihnen Mut zuzusprechen. Hier wurden die Ankömmlinge aus Tauberbischofsheim von den einheimischen Bürgern außerdem auch noch unentgeltlich begrillt, was die Moral der Wanderer zusätzlich bestärkte. In einer anderen Stadt kamen Kindergartenkinder vorbei und stempelten den Wanderausweis der Jakobspilgerer ab, in der nächsten erledigten dasselbe dann Grundschulkinder der örtlichen Schule. Auch gegen die Hitze waren alle gut gewappnet – reichlich Flüssigkeit hatte jeder im Rucksack dabei, feuchte um die Schulter gehängte Tücher sorgten für Abkühlung und immer wieder kam das Begleitfahrzeug vorbei und sorgte für den ersehnten Nachschub. Dankbar wurden dann die Wassermelonen, Iso-Drinks und Müsliriegel in Rekordzeit verschlungen. Bis auf kleinere und überwindbare Hindernisse, unter Anderem ein Krankenhausbesuch oder Krankheit eines Schülers, lief alles gut. Alle Schüler, bis auf den erkrankten, sowie natürlich auch Lehrer, hielten gut durch und erreichten bei besten Kräften den Zielpunkt – den Kurort Baden-Baden. Da zum Glück alle Teilnehmer gesund waren und keiner die Kureinrichtungen dieser Stadt in Anspruch nehmen musste, konnte man von hier aus den Rückweg per Bus antreten. Und ach ja, ganz abstinent mussten die Schüler während der Jakobswegwoche dann doch nicht leben - ein Freibad wurde bei der großen Hitze direkt vom Wanderweg aus geentert.

Vorlesewettbewerb der 6. Klassen im Schulzentrum am Wört

Lesen macht keinen Spaß, das ist doch voll out! Die Jugendlichen heutzutage haben kein Interesse am Lesen. Wirklich? Ist das so? Beim Vorlesewettbewerb der Sechstklässler aus dem Bereich Main-Tauber-Nord bekam man einen ganz anderen Eindruck vermittelt. Voller Eifer, mit großem Enthusiasmus und wirklicher Begeisterung fürs Lesen warfen die beteiligten Schüler alles in die Waagschale, um beim Wettkampf erfolgreich abzuschneiden.

LesewettbewerbIn den Wochen zuvor hatten sich alle Teilnehmer zuerst in ihren eigenen Klassen, dann auch noch gegen die Sieger der Parallelklassen an ihrer Schule durchsetzen müssen. Elf Gewinner trafen sich nun also in Tauberbischofsheim im Gebäude unseres Schulzentrums, um hier gegeneinander anzutreten – und auch miteinander Spaß zu haben. Die Organisatorin und Moderatorin des Wettbewerbs, Lehrerin Christine Aurand, hatte eine fachkundige Jury zusammenstellen können: Herr Benz (Buchhandlung „Schwarz auf Weiß“ aus Tauberbischofsheim, Frau Drießen (Mediothek Tauberbischofsheim) und Frau Stock (Stadtbücherei Wertheim) waren in ihr vertreten. Dann ging es auch schon los. Elf Schüler, von Wertheim bis Lauda, von der Werkrealschule bis zum Gymnasium, traten an, um ihr Bestes zu geben. Gekonnt präsentierten sie ihr mitgebrachtes Buch und lasen außerdem einen Textauszug daraus vor. Wie deutlich wurde gelesen, wie wurde betont, wie wurde intoniert? Diese und weitere Fragen stellte sich die Jury – um dann sieben Schülern das Ticket für die zweite Runde auszustellen. Danach kam der schwierige Teil – einen Fremdtext möglichst betont und fehlerfrei vorlesen. Alle konnten hier nochmals beweisen, wie gut sie das können. Aber am Ende konnte es dann trotzdem nur einen Sieger, in diesem Fall eine Siegerin, geben. Sophie Schäfer vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wertheim hatte mit ihrem Vortrag die Jury begeistern können und durfte freudestrahlend die Urkunde für die beste Leserin des nördlichen Main-Tauber-Kreises entgegennehmen. Die Nachnamen sowie die Herkunftsschulen der Teilnehmer wurden allerdings beim Wettbewerb nicht verkündet, um einen fairen Wettkampf zu ermöglichen.

Aber nicht nur Sophie durfte sich als Siegerin fühlen, sondern alle elf Teilnehmer hatten eine gute Leistung gebracht und den Ruf ihrer Generation verteidigt: Viele Jugendliche lesen auch heute noch gerne.

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